Ich habe Alzheimer – Buchtipp
Verfasst von Heike am 22. Januar 2008
Es gibt so viele Bücher über Alzheimer. Doch wer weiß, wie es sich “anfühlt”, an Alzheimer erkrankt zu sein? Nur die Patienten selbst. Aber kaum jemand redet mit ihnen über ihre Gefühle, die sie erleben. Dann, wenn sie noch wahrnehmen und auf ihre Art äußern können, was in ihnen geschieht.
René, Wissenschaftsjournalist, Kinder- und Jugendpsychologe, wird von seiner Tochter, Journalistin, während 3 Jahren auf seinem Weg “in und durch die Krankheit” begleitet.
René beobachtet die Veränderungen in seinem Leben. Er weiß, dass er Alzheimer hat und sagt einmal: “Eine lustige Krankheit. Wir müssen lernen damit zu leben.” Er erzählt seiner Tochter von den Veränderungen, die er im Laufe des Fortschreitens des Alzheimers spürt und wahrnimmt. Wie er den Umgang seiner Umwelt mit ihm sieht.
René hat auch Phasen der Wut, Trauer und Depression, kann das Geschehen um ihn herum nicht “einordnen”. Wie bei seiner journalistischen Tätigkeit, schreibt er seine persönlichen Erkenntnisse auf Zettel, die er dann wieder vergisst.
Die Tochter, Stella Braam, erzählt die Geschichte ihres Vaters sachlich. Ihre distanzierte Beschreibung ohne bösartige Wertung des holländischen Gesundheitssystem gibt nicht nur Einblicke in Renés Gefühlswelt. Sie zeigt auch die Mängel in den Versorgungsstrukturen auf, die die Erkrankung in ihrem Fortschreiten letztlich verschlimmern.
Ich habe das Buch gerne gelesen, trotz meiner fachlichen Kenntnisse über das Krankheitsbild, eröffnete die Erzählerin mir eine neue Sichtweise. Ein wirklich lesenswertes Buch, für Laien, wie für Profis.
- Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
- Verlag: Beltz; Auflage: 1 (2007)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3407857632
- Preis: 17,90 €


anonym sagte
vielen danke für den tip. ich habe genau das buch gesucht. habe ich heute gekauft und kann nicht aufhören mit lesen.