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Informationen und Geschichten aus dem Alltag einer Pflegesachverständigen

Archiv für März 2008

Frau verschwunden

Verfasst von Heike am 31. März 2008

Bisher war es jeden Freitagmorgen das Gleiche:

Auf dem Weg mit Canelita zum Büro kommen wir an einem Mehrfamilienhaus mit Balkonen zur Straße vorbei. Während der Woche, also Montags bis Donnerstags sehen wir eine alte Dame, die gerade vom Kiosk und Bäcker kommt und dann in das Haus verschwindet. Nicht so am Freitag. Dann steht diese Dame immer auf dem obersten Balkon im Morgenrock und ruft uns zu:
„Hallo?“
Ja.
„Haben wir heute Samstag oder Sonntag?“
Freitag ist heute.
„Ach, Freitag? Ja dann ist ja gut.“

Danach verschwindet sie in ihre Wohnung.

Seit ungefähr zwei Wochen habe ich sie nicht mehr gesehen. Weder auf ihrem obligatorischen Weg vom Kiosk in ihre Wohnung, noch Freitagmorgens mit der Tagesnachfrage. – Was mag wohl mit ihr sein?
Diese Woche werde ich wohl einfach mal beim Kiosk nachfragen, ob die was wissen.

Irgendwie fehlt mir dieses Freitags-Ritual. Aber vielleicht hat sie ja auch nur einen Abreisskalender bekommen, auf den sie nun schaut….

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Hilferuf der Projektgruppe Empowerment

Verfasst von Heike am 29. März 2008

Mich erreichte die Bitte, den folgenden Text hier im Blog zu veröffentlichen. Das tue ich natürlich gerne, denn alles, was zu etwas Gutem führen könnte, möchte ich auch unterstützen, wenn es im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt.
Die Projektgruppe Hep-Hilfe ist auf der Suche nach Mitgliedern.

Hier also ihr Aufruf, sich zu melden:

Wir stehen mächtig auf dem Schlauch und benötigen dazu Eure Hilfe
Es gibt viele Probleme die unbekannt sind und viele Menschen die übersehen werden. Das sind oft Menschen, die sich nicht mehr äußern können und wegen ihrer Behinderung ins Abseits geraten. Auch diese Menschen wollen selbstbestimmt leben.

Einen guten Einblick in die Denkweise von Behinderten bietet folgendes Interview:
Interview mit Peter R., dem behinderten Schauspieler und Bundesvorsitzenden der Gesellschaft für Ol-Erkrankte (Glasknochen-Erkrankung)

R: Es gibt keine generelle Aussage über ein glückliches Leben. Es gibt Menschen, die mit ihrer Behinderung sehr gut zurechtkommen, andere tun dies nicht. Man kann nicht sagen, das ist eine schwere Behinderung, deshalb ist das Leben weniger lebenswert für diese Menschen.
Die Art und Weise, wie ein Mensch mit Behinderungen angenommen wird, wirkt sich auf sein Leben aus. Sicher gibt es Bedingungen, die für die Betroffenen und Ihre Angehörigen sehr schwer zu tragen sind.

Frage: In den letzten Jahren hat man mehr für Menschen mit Behinderung getan. Öffentliche Einrichtungen werden mit Rampen ausgestattet, es gibt Behindertenparkplätze. Was ist Ihre größte Sorge?

R: Meine größte Sorge sind die Menschen mit schwersten Behinderungen, die immer stärker ins Abseits geraten. Die Toleranz gegenüber leistungsfähigen Menschen mit Behinderungen ist größer geworden. Man sagt, warum sollen die nicht in die Regelschule gehen oder auf dem Arbeitsmarkt einen Platz finden?
Nicht geändert, vielleicht noch verschärft, hat sich die Ablehnung gegenüber solchen Menschen, die absolut auf die Hilfe anderer angewiesen sind…

Es gibt auch weitere Probleme. Unsere Fragen an Euch:

Welche Probleme fallen Euch in Eurem Alltag als Gesunde oder Behinderte immer wieder auf? Wo herrschen Eurer Ansicht nach, noch weitere Mängel in Bezug auf die Selbstbestimmung von Behinderten?
Fragen mit denen wir uns in der Projektgruppe „Empowerment“ beschäftigen, sind:

  • Was möchten wir mit dem Projekt erreichen?
  • An wen richten wir uns mit dem Projekt?
  • Welchen Umfang soll oder kann das Projekt haben?
  • Was können wir zu dem Projekt beitragen?

All dies und noch viel mehr möchten wir HIER mit Euch besprechen. Wer Interesse hat der Projektgruppe beizutreten, kann sich melden und ist herzlich willkommen.

Bis hoffentlich bald, Euer
Micha, im Namen des HEP-Hilfe Teams

Hinweis: Wie mir Micha mitgeteilt hat, hat sich die Projektgruppe Empowerment aufgelöst.

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Zypries fordert weitreichende Selbstbestimmung bei Patientenverfügungen

Verfasst von Heike am 28. März 2008

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) macht sich weiterhin für ein weitreichendes Selbstbestimmungsrecht bei Patientenverfügungen stark. Nach ihrer Ansicht muss jeder Mensch selbst bestimmen können, unter welchen Umständen er lebenserhaltende Maßnahmen, z. B. eine künstliche Ernährung, ablehnt. Aus ihrer Sicht ein Recht, das der Staat den Bürgern nicht nehmen darf. Eine aktive Sterbehilfe lehnt Zypries jedoch ab.

Allerdings ist sie der Meinung, dass der Wille des Patienten unabhängig vom Stadium der Erkrankung gelten muss. Vor allem bei Krankheiten wie Wachkoma und Demenz sei der Vorsorgewunsch der Menschen groß.

Mit einer Patientenverfügung legt der Patient fest, wann er einen medizinischen Eingriff ablehnt. Das heißt: Dem natürlichen Geschehensoll seinen Lauf gelassen werden, ohne dass der Mensch eingreift.

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Gymnastik und gesunde Kost helfen Parkinson-Kranken

Verfasst von Heike am 27. März 2008

Die sogenannte „Schüttellähmung“ ist eine Krankheit des Zentralen Nervensystems. Hauptanzeichen sind Ruhezittern, Muskelstarre und verlangsamte Bewegungen. Zwar ist die chronische Krankheit nicht heilbar. Betroffene können ihre Beschwerden jedoch lindern - z. B. durch Medikamente, regelmäßige Bewegung, Krankengymnastik, Entspannungsübungen und eine ballaststoffreiche Kost.

Tipps für Erkrankte:

  • Regelmäßig bewegen
    Mäßig, aber regelmäßig – nach diesem Grundsatz sollten sich Parkinson-Kranke möglichst viel bewegen, z. B. therapeutisches Schwimmen zur Verbesserung von Koordinationsfähigkeit und Gleichgewicht, tägliche Krankengymnastik, Entspannungsübungen.
  • Bei Schluck- oder Sprachstörungen, sollten Sie sich von einem Sprachtherapeuten behandeln lassen.
  • Ballaststoffreich essen
    Eine ausgewogene Kost mit vielen Ballaststoffen, also viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Kartoffeln, kann häufige Symptome wie Verstopfung und Völlegefühl lindern.
    Besonders empfehlenswert sind Weizenkleie, Leinsamen und Backpflaumen. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag sind zumeist besser als wenige üppige.
  • Ausreichend Trinken
    Mindestens zwei Liter täglich trinken, am besten Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees.

Weitere Infos über Parkinson erhalten Sie bei dem Kompetenznetz Parkinson.

Hinweis: Am 11. April ist Welt-Parkinsontag. Eine breite Öffentlichkeit soll auf die neurologische Erkrankung aufmerksam gemacht werden. Dabei wird auch an den englischen Arzt und Apotheker James Parkinson erinnert, nach dem die Krankheit benannt ist.

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