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6 Tipps: Beschäftigungsangebote für Ihren Angehörigen mit Demenz

Verfasst von Heike am 17. März 2008

Eine angemessene und regelmäßige Beschäftigung kann im Umgang mit Ihren dementen Abgehörigen in vielerlei Hinsicht auch für Entlastung sorgen.

Mangelt es Ihnen an Ideen, wie Sie Ihren Angehörigen beschäftigen könnten, ohne ihn zu gängeln? Ich gebe Ihnen hier 6 Tipps für Beschäftigungsmöglichkeiten, die nebenbei sogar noch das Selbstwertgefühl Ihres Angehörigen unterstützen:

  1. Trainieren Sie Handlungen des täglichen Lebens:
    Sie können aus den notwendigen Tätigkeiten bestimmte „Rituale“ entwickeln, die Sie Ihrem Angehörigen durch häufiges Üben näher bringen. Machen Sie das ohne Zeitdruck oder Eile.
    Suchen Sie Tätigkeiten aus, die Ihr Angehöriger noch weitestgehend beherrscht, z. B. das Schmieren eines Butterbrotes. Leiten Sie ihn dann Schritt-für-Schritt und mit sehr viel Geduld an.
    (Unterdrücken Sie bitte Ihren Wunsch, ihm das Messer und Brot aus der Hand zu nehmen, weil Sie selbst es nicht nur schneller, sondern auch besser können…)
  2. Beteiligen Sie Ihren Angehörigen bei der Haus- und Gartenarbeit. Wählen Sie eine Tätigkeit aus, die er ohne eigene Gefährdung ausführen kann. Geeignet sind vor allem die Dinge, die er auch früher gern gemacht hat.
  3. Der Umgang mit Tieren wird heute im Bereich der Demenz auch therapeutisch genutzt. Es ist immer wieder beglückend zu sehen, wie sich Menschen, die man ansonsten schwer erreicht, plötzlich öffnen. Geeignet sind hier Beschäftigungen, wie z. B. das eigene Haustier oder auch Tiere im Garten beobachten und / oder regelmäßig füttern.
  4. Vor dem derzeitigen Fernseh- und PC-Alltag haben die Menschen ihre Freizeit oft mit basteln (werken) oder Handarbeit verbacht. Fördern Sie alte Hobbys Ihres Angehörigen. Wenn Sie Zuhause einen ehemaligen „Heimwerker“ pflegen, nehmen Sie vom nächsten Sperrmüll einen kaputten Stuhl oder Tisch mit und reparieren Sie das Möbelstück gemeinsam. Oder bitten Sie eine leidenschaftliche Handarbeiterin, Ihnen einen Schal oder Topflappen zu stricken. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Alzheimer-Patientin hatte Blumen früher das Hobby, in ihrer Freizeit wundervolle Blumengestecke anzufertigen, die sie auch verkaufte. Als man ihr Pflanzgefäße und diverse Plastikblumen besorgt hatte, und ihr das Material dann unsortiert auf einem großen Tisch präsentierte, begann sie sofort wieder, Gestecke anzufertigen. Man musste nur noch darauf achten, dass die fertigen Gestecke regelmäßig und zügig „ausgeliefert“ wurden. Sie wurden dann in einem anderen Raum zerlegt und das Material kam als „neue Lieferung“ wieder auf den Arbeitstisch. Die Dame saß täglich mehrere Stunden an ihrer Arbeit, ihre Zufriedenheit zeigte sich vor allem in einer sehr hohen Ausgeglichenheit.
  5. Wenn Ihr Angehöriger früher gerne ins Konzert oder Museum ging, können Sie diesen Genuss auch jetzt noch haben. Gehen Sie gemeinsam ins Konzert. Es ist nicht schlimm, wenn Sie in der Pause gehen müssen, weil die Konzentration oder Ruhe nachlässt. Auch der Museumsbesuch kann in seiner Dauer individuell gestaltet werden. Es macht nichts, wenn Sie nur einen Teil der Ausstellung sehen können. Wicxhtig ist die Ablenkung.
    Sie können Museum oder Konzert aber auch (teilweise) nach Hause holen. Hören Sie gemeinsam klassische Musik oder blättern Sie in Ausstellungskatalogen.
  6. Sorgen Sie für einen regelmäßigen Wechsel zwischen Bewegung und Entspannung. Je nach den körperlichen Fähigkeiten stehen auch unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Bewegung und Entspannung haben in jedem Fall eine positive Auswirkung auf den Tag-Nacht-Rhythmus Ihres Angehörigen.
    Toll sind kurze Spaziergänge an der frischen Luft. Aber auch Treppensteigen, wenn möglich, oder kleine gymnastische Übungen (das geht auch im Sitzen oder Liegen) sind hilfreich.
    Ich habe einmal eine Frau gepflegt, die einen Großteil ihres Tages damit verbrachte, abwechselnd den Boden zu kehren und die Möbel abzustauben. Abends war sie nach getaner Arbeit „rechtschaffen“ müde.

Hinweis: Nutzen Sie den neuen Informationsdienst für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten. Nähere Infos erhalten Sie HIER.

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