Mit Methadon gegen Leukämie?
Verfasst von Heike am 6. August 2008
Ulmer Wissenschaftler haben einen neuen Ansatz in der Krebstherapie gefunden. Dr. Claudia Friesen und ihr Team vom Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Ulm zeigten, dass Methadon zum Absterben von Leukämiezellen führt.
Eigentlich ist Methadon ein Mittel gegen körperliche Entzugserscheinungen bei Heroinabhängigkeit. Doch das Medikament wirkte in der Ulmer Studie auch bei Leukämiezellen, die sich gegen Chemotherapien und Bestrahlung resistent gezeigt hatten.
Die Ulmer Studie ist die erste, die die Wirkung von Methadon auf Leukämiezellen untersucht hat. Dabei wurden im Labor Leukämiezellen mit verschiedenen Konzentrationen von Methadon behandelt. Die Wirkung des Medikaments war sowohl bei kurzfristig hoher Dosierung als auch bei einer längerfristigen, dafür aber niedrigen Dosierung, positiv.
Das Methadon bewirkt in der erkrankten Blutzelle vor allem 2 Dinge:
- Es hemmt die weitere Teilung und damit Vermehrung der Krebszellen und
- es aktiviert Signalwege, die den Krebszellen den Befehl zum Absterben geben.
Entscheidend ist dabei, dass das Methadon die gesunden Blutzellen nicht angreift. Vielleicht könnte Methadon auch bei anderen Krebsarten ähnlich gut wirken.
Die Erkenntnisse der Ulmer Forscher sollen nun in weiteren Versuchsreihen vertieft werden. Erst dann können sie in konkrete Therapien umgesetzt werden. Dieser Prozess dauert meistens einige Jahre.
Da Methadon gut erforscht ist und bei anderen Krankheitsbildern, z. B. in der Schmerztherapie, schon eingesetzt wird, könnte sich das Verfahren in diesem Fall aber auch verkürzen.
Hinweis: Der komplette Fachartikel im Journal Cancer Research ist im Internet HIER abrufbar.

