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Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft vergibt 200.000 € zur Forschungsförderung

Verfasst von Heike am 14. Oktober 2008

Unter dem Motto „Aktiv für Demenzkranke“ fand vom 9. bis zum 11.10.2008 der 5. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Erfurt statt.

Zum Abschluss wurde die Forschungsförderung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vergeben. Insgesamt konnten 200.000 € aus zweckgebundenen Spenden und Erbschaften an 2 Projekte aus der Versorgungsforschung für Demenzkranke vergeben werden.

Aus insgesamt 26 Projektanträgen wurden 2 Forschungsvorhaben ausgewählt, von denen sich der Vorstand und sein Beirat einen praktischen Nutzen für die bessere Versorgung Demenzkranker erhofft.

Sabine Kirchen-Peters vom ISO – Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. in Saarbrücken erhält 100.000 € für das Projekt „Analyse von hemmenden und förderlichen Faktoren für die Verbreitung demenzsensibler Konzepte in Akutkrankenhäusern„.

Dabei geht es um eine bessere Versorgung von Demenzkranken, die z. B. wegen eines Knochenbruchs im Allgemeinkrankenhaus behandelt werden müssen. Demenzkranke erleben die fremde Umgebung als verwirrend und beängstigend. Das Personal ist auf diese Patienten meistens nicht eingestellt und weiß nicht, welche Hilfestellungen notwendig sind.

Mit dem Forschungsprojekt von Sabine Kirchen-Peters, die Pflegepersonal, Patienten, Angehörige, Ärzte und Klinikleitungen befragen will, sollen Erkenntnisse gewonnen werden, um diese Situation zu verbessern.

Daraus möchte Soziologin aus Saarbrücken einen Leitfaden für Akutkrankenhäuser zum Umgang mit ihren demenzkranken Patienten entwickeln. Darüber hinaus soll ein Ratgeber entstehen, der es Angehörigen ermöglicht, zu einem guten Aufenthalt der Kranken in der Klinik beizutragen. Auch Forderungen an die Politik sollen formuliert werden, um die Rahmenbedingungen der Krankenhäuser entsprechend zu gestalten.

Eine Forschungsförderung in gleicher Höhe erhält Dr. Matthias Schützwohl von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden. In seinem Projekt soll das „Behandlungsbedürfnis und Inanspruchnahmeverhalten bei Demenzerkrankungen, Versorgungsforschung für Patienten und ihre pflegenden Angehörigen“ untersucht werden.

Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass es bereits eine Reihe von Angeboten für Demenzkranke und ihre Angehörigen gibt, z. B. Beratung, Gedächtnissprechstunden, Tagespflegeeinrichtungen oder Betreuungsgruppen, die aber teilweise nicht genutzt werden.

Dr. Matthias Schützwohl möchte untersuchen, weshalb Demenzkranke bzw. ihre Angehörigen Angebote nicht in Anspruch nehmen. Liegt es daran, dass sie nicht bekannt sind, dass sie nicht zu dem tatsächlichen Hilfebedarf passen und oder dass die richtigen Angebote fehlen?

Im Rahmen der Untersuchung sollen pflegende Angehörige von Demenzkranken sowie Patienten mit einer leichtgradigen Demenz befragt werden. So soll herausgefunden werden, wie die Hilfestrukturen gestaltet werden können, dass sie den Bedürfnissen der Demenzkranken und ihrer Angehörigen besser gerecht werden.

Die Ergebnisse der Projekte sollen in 3 Jahren vorliegen. „Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft wird sich dafür einsetzen, dass die Verbesserungsvorschläge nicht in den Schubladen verschwinden, sondern in der Öffentlichkeit bekannt und auf politischer Ebene umgesetzt werden.“, so die 1. Vorsitzende Heike von Lützau-Hohlbein.

Hinweis: Weitere Informationen zum 5. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: „Aktiv für Demenzkranke“erhalten Sie HIER.

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